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Presse
09.10.2018, 18:40 Uhr | Britta Steinmetz Übersicht | Drucken
Landwirtschaft in und um Pleidelsheim




Leider hatten sich nur eine Handvoll Interessierte zu einem Thema eingefunden, das uns eigentlich alle interessieren sollte…Wie steht es um die „Landwirtschaft in und um Pleidelsheim“?

Mit Mathias von Wuthenau und seinem Abteilungsleiter Joachim Hauck, beide vom Landwirtschaftsministerium Baden-Württemberg waren 2 hochkarätige Referenten zu Gast.

Während sich Herr von Wuthenau mehr mit der gemeinsamen Agrarpolitik EU-weit beschäftigt, zeichnet Herr Hauck als Fachmann die gesamte Landwirtschaft – von Agrarwirtschaft über Tierhaltung bis hin zum Weinbau die gesamte Palette. Insgesamt ist er somit „Herr“ über 40 000 landwirtschaftliche Betriebe.

Die EU plant in Zyklen von 7 Jahren und gewährt Direktzahlungen nur gegen Einhaltung von vorgegebenen Regeln. Künftig will Brüssel nur noch größere Ziele festlegen und ab 2021 legt jedes Land eigenständig fest, auf welchen Weg diese Ziele erreicht werden sollen.

Wie jeder von uns selbst schon festgestellt hat, konkurriert im Ballungsraum Stuttgart die Landwirtschaft erheblich mit der Bauwirtschaft. So werden entgegen einer Bundesvorgabe von 3 ha im Speckgürtel von Stuttgart täglich 7 ha zugebaut. Da es anderswo nicht viel besser aussieht, hat der Bund ein eigenes Referat „Bodenaufkauf“ gegründet, um Spekulanten einen Riegel vorzuschieben. Mit der Nutzung von 5,3 Mio. Hektar Agrarland in anderen Ländern stellt Deutschland den größten Nahrungsmittelimporteur weltweit dar. Auch Baden-Württemberg kann sich von der Fläche, die wir zu Agrarzwecken haben, nicht ernähren – wir müssen zukaufen!

Während der Trend jahrelang zu großer Mengenproduktion zu geringen Preisen ging, wird wieder mehr Wert gelegt auf die Zucht von hochwertigen Sorten und Arten zu höheren Preisen. Ein Beispiel hierfür sind die „Brudereier“ die zu einem höheren Preis erhältlich sind und den Mehrwert haben, dass durch den Aufschlag die Zucht von männlichen Küken finanziert wird.

Das Thema Tierwohl ist in der Öffentlichkeit ein Dauerthema. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher möchten wissen, woher die Tiere stammen, deren Produkte sie essen. Viele möchten, dass die Tiere ein gutes Leben hatten und beim Schlachten nicht leiden mussten. Deshalb finden wir es sehr löblich, dass sich bereits jetzt, kaum 6 Monate nach Amtsantritt der Bundesministerin, die staatliche Tierwohl-Kennzeichnung auf einem guten Weg befindet. Näheres hierzu erfährt man unter https://www.bmel.de/DE/Tier/Tierwohl/_texte/Einfuehrung-Tierwohllabel.html. Allerdings ist dort wo Licht ist eben auch Schatten. Die Bevölkerung wünscht Produkte, die auf kurzen Wegen zu uns kommen. Jeder möchte „Hofgutschweine“ – nur eben nicht vor der eigenen Haustür.

Beunruhigend war es auch zu erfahren, dass in Baden-Württemberg der Ackerbau nur noch als Nebenerwerb rentabel ist, oder wenn man auf ein Nischenprodukt setzt. Ebenso ergeht es den

Streuobstwiesen. Sie sind ebenso unrentabel – hier lohnt sich für viele Besitzer das Aufsammeln nicht, da die Erlöse zu gering sind. Eine Investition in der Landwirtschaft ist nur noch lohnend, wenn die Nachfolge gesichert ist und man sich über im Klaren ist über die Fragen:

  •  Wo ist dein Standort?
  • Kann ich Tiere halten?
  • Wie steht es mit der Direktvermarktung?

So werden wir über kurz oder lang für hochwertigere Lebensmittel einen höheren Preis zahlen müssen – aber unsere Gesundheit und ein gutes Gewissen werden es uns danken.


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